Parallele Verwendung durchstochener und gezähnter Marken

Nur ein kleines Briefstück, was wir da kürzlich in einer Sammlung sahen – aber nett anzuschauen. Die gezähnte Marke ist teilweise über die durchstochene geklebt, die wohl als letzte beim Absenden noch übrig war.

 


 

Gezähnte Marke mit Reihenzähler und Bogensignatur

 

In Essen zeigte Heinz Hoff eine gezähnte 1-Gr.-Marke mit unterem Rand mit Buchstabe „C“ und Reihenzähler „1“. Solche Kombinationen kommen sehr selten vor (siehe Tabelle in Rundbrief 78).

 

 

Die Ankündigung der Hamburger Stadtpostmarke

 

Ingo von Garnier

 

Bekanntlich wurden die NDP-Freimarken im Dezember 1867 angekündigt, genauer gesagt mit Verfügung 208  Die Einziehung der bisherigen Freimarken und Franco-Couverts und die Einführung Norddeutscher Post-Freimarken, beziehungsweise Franco-Couverts betreffend vom 21. Dezember 1867.

 

Darin heißt es: (Für die bisherigen Freimarken und Franco-Couverts) kommen vom 1. Januar k. J. ab allgemeine Norddeutsche Post-Freimarken zur Einführung, welche in den Werthbeträgen von ¼, ⅓, ½, 1, 2 und 5 Groschen in den in Thaler-Währung rechnenden Gebietstheilen und in den Werthbeträgen von 1, 2, 3, 7 und 18 Kreuzern in den in Süddeutscher Gulden-Währung rechnenden Gebietstheilen ausgegeben werden.

 

Volker Mehlmann machte darauf aufmerksam, dass die Hamburger Stadtpostmarke hier fehlt. Aber wie ist das Hamburger Postpublikum über das neue Postwertzeichen informiert worden? Geholfen hat erneut ein Sammler der ArGe Preußen. Er fand das digitalisierte Hamburger Gesetzesblatt von 1867 und darin die Bekanntmachung Nr. 60 vom 28. Dezember. Ziemlich gegen Ende heißt es: Der Verkauf Norddeutscher-Post-Freimarken für die verschiedenen Nennwerthe des Stempels und der für Stadtbriefe in Hamburg bestimmten Marken zu ½ ß (ohne Werthstempel), (…) beginnt mit dem 31. December d. J. Dieselben können erst vom 1. Januar 1868 an zum Frankiren in Gebrauch genommen werden.

 

Normal 0 21

Die bisher im Gebiete des Norddeutschen Bundes gangbaren Freimarken und Franco-Couverts, welche von Beginn des Jahres 1868 ab ohne Ausnahme außer Anwendung kommen, können vom 31. December d. J. ab und ferner innerhalb des ersten Quartals des künftigen Jahres bei den Post-Anstalten gegen Norddeutsche Post-Freimarken beziehungsweise Franco-Couverts (…) umgetauscht oder gegen baare Bezahlung zurückgegeben werden. Der Umtausch, beziehungsweise die Einlösung kann jedoch nur hinsichtlich solcher Postfreimarken und Couverts hier erfolgen, welche mit Hamburgischen, Preußischen und Mecklenburg-Schwerinschen Werthzeichen versehen sind.

 

Seitens des Hamburgischen Stadt-Post-Amtes werden übrigens bereits vor dem 31. d. Mts. Hamburgische Postmarken, namentlich auch ½ Schillingsmarken, und Hamburgische Post-Couverts gegen Erstattung des Nennwerthes zurückgenommen. (…)

 

            Hamburg, den 28. December 1867. 

            Die Deputation für Post- und Telegraphenwesen.

 

Fehlende Zähnungslöcher

 

Mit fehlenden Zähnungslöchern (FZL) befassten wir uns zuletzt im Rundbrief 84. Hier eine ergänzende Vorlage des Schriftführers mit FZL 4 oben und unten auf einer MiNr. 18 mit dem weiterverwendet sehr seltenen Stempel LEIPZIG in Groteskbuchstaben.

 

Frühdatum für 1 Gr.-Ganzsachen mit grauem Überdruck

 

Wie wir wissen, wurden ab Anfang 1868 zunächst 1 Groschen-Franco-Couverts mit schwarzem Überdruck ausgegeben. Bislang sind erst zwei Belege des danach verausgabten Umschlags mit grauem Überdruck registriert, die schon im August 1868 verwendet wurden. Dieser Beleg ist die früheste bislang bekannte Verwendung vom 11.8.1868.

 

Es fällt auf, dass die Ganzsache in Berlin verwendet wurde. Vermutlich werden auch weitere entdeckte Frühverwendungen aus großen Orten stammen.

 

Wer kann weitere Frühdaten aus dem August 1868 melden?

 

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