Grenzdaten: 8.3.1868 bis 16.11.1869

Stempelfarbe- & Qualität: Die Gravurtype des Stempels wurde in zwei verschiedene Farben verwendet.

Phase 1: 1N2b = blaue Abschläge von 8.3.1868 bis 12.8.1868
Phase 2: 1N2a = schwarze Abschläge vom 12.8.1868
Phase 3: 1N2b = blaue Abschläge von 13.8.1868 bis 3.8.1869
Phase 4: 1N2a = schwarze Abschläge von 5.8.1869 bis 7.8.1869
Phase 5: 1N2b = blaue Abschläge von 11.8.1869 bis 18.9.1869
Phase 6: 1N2a = schwarze Abschläge vom 21.9.1869
Phase 7: 1N2b = blaue Abschläge von 22.9.1869 bis 16.11.1869

Blaue Abschläge können eine schwärzliche Komponente enthalten.


Besonderheiten

Zeitgruppen: keine Besonderheiten

Kopfstehende Datumsangaben und andere Irrtümer: keine bekannt.

 

Verwendungsformen: ausschließlich im Norddeutscher Postbezirk in der Regel bei der Briefpost im Einsatz. Frankierte Briefe als auch Portofreie Dienstbriefe sind mit blauer Stempelfarbe häufig (0/5). Mit Schwarzer Farbe sind Belege aufgrund der kurzen Verwendungsdauer relativ selten (2/5).

 

Phase 1

30.3.1868 - Reco Brief nach Dresden - 1 Sgr. Briefporto und 2 Sgr. für das Reco - sauberer und repräsentativer Abschlag oben rechts. 

 

4.5.1868 - Berliner Ortsbrief im gegensatz zu vielen anderen Orten im Postbezirk gab es in Berlin kein moderiertes Ortsporto für einzelne Briefe.

 

Phase 2

keine Beispiele vorhanden.

 

Phase 3

28.8.1868 - Inlandsbrief, freigemacht mit zwei 1/2 Groschen Marken als MeF.

 

 18.9.1868 - Portofreie Dienstsache nach Cottbus.

 

 31.12.1868 - Ortseinschreiben aus Berlin. Das Porto setzte sich aus 1 Sgr. für das Briefporto und 1 Sgr. für das Einschreiben zusammen.

 

19.2.1869 - Portofreie Dienstsache und Wendebrief - um Papier zu sparen - wurde der Umschlag doppelt verwendet.

 

Wendebrief - Innenseite.

 

Phase 4

7.8.1869 - Inlandsbrief nach Leipzig.

 

Phase 5

keine Beispiele vorhanden.

 

Phase 6

21.9.1869 - sehr seltener Auslandsbrief in den Schweiz.

 

Phase 7

14.10.1868 - offene "Bier-Bestell-Karte", da Postkarten erst im Jahr 1870 eingeführt wurden, könnte man den Beleg als "Postkarten - Vorläufer" bezeichnen.

 

16.11.1869 - ein klarer Abschlag auf loser Marke markiert das Spätdatum für diese Stempeltype.

 

Grenzdaten: 23.10.1865 bis 16.2.1868

Stempelfarbe- & Qualität: Die Gravurtype des Stempels wurde in zwei verschiedene Farben verwendet.

1N1a = schwarze Abschläge von 23.10.1865 bis 2.11.1865
1N1b = blaue Abschläge von 2.11.1865 bis 13.2.1868

Ab Herbst 1866 entsteht eine kleine Lücke im Innenkreis direkt unter dem N in BERLIN.
Die Abschläge sind 1865 und 1866 unterschiedlich, ausgesprochen klare Abstempelungen sind selten.
Ab 1867 fast ausschließlich schlechte Abschläge, welche SPALINK auf die Qualität der Stempelfarbe zurückführt. 1867 finden sich auch überdurchschnittlich viele Dienstbriefe, was auch mit der Qualität der Abschläge in Zusammenhang gebracht werden kann (hohes Postaufkommen).

Besonderheiten:

Zeitgruppen: Im Frühjahr 1867 wurde die Zeitgruppenwalze getauscht, was bei der Zeitgruppe 3-4 ersichtlich wird.

Kopfstehende Datumsangaben und andere Irrtümer: keine

Verwendungsformen: Preussen, Norddeutscher Postbezirk

 

Preussen

 

In schwarzer Farbe aufgrund der sehr kurzen Verwendungszeit von nur einer Woche sind Belege (3/5) sehr selten.  In blauer Farbe sind frankierte als auch unfrankierte Belege (0/5) leicht zu finden.

 

23.10.1865 - Frühdatum dieser Gravurtype. Das Früdatum zeigt die bei der Type 1 in den letzen Verwendungsmonaten auftrettende Lücke zwischen I und N im Innenkreis. Da dieser auch noch bei späteren Abschlägen zu finden ist.

 

1.11.1865 - Späte Verwendung der Stempeltype in schwarzer Farbe.

 

2.11.1865 - Letzte bekannte Verwendung der Stempeltype in schwarzer Farbe auf einem moderierten Ortbrief.

 

2.11.1865 - Frühester bekannter Verwendung der Stempeltype in blauer Farbe.

 

4.11.1865 - Ortsbrief mit einem frühen Abschlag des Stempels in blau.

 

12.4.1866 - Seltene Entwertung auf der Freimarkenserie von 1858 bis 1860.

 

4.5.1866 - Unfrankierter doppelt schwerer Auslandsbrief nach Paris, der dem Empfänger 12 Decimes kostete. Für unfrankierte Briefe nach Frankreich  aus der 2. Preussischen Entfernungszone mussten 5 Sg. (6 Decimes) bezahlt werden.

 

 

20.10.1866 - Muster ohne Wert nach Eibau mit einem selten klaren Abschlag dieser Stempeltype.

 

27.11.1866 - Unfrankierter Brief nach Hirschberg.

 

15.1.1867 - Ortsbrief Berlin. Ab 1.1.1861 galt bei Massenauflieferung von 100 Briefen ein moderiertes Porto von 4 Pfennige.

 

10.3.1867 - Ganzsachenumschlag U26A mit 1 Sg. Freimarke nebst angehängtem Reihenzähler als Zusatzfranko.

 

10.3.1867 - Auslandsbrief nach Amsterdam, da Berlin im 2. Taxrayon lag war der Brief mit 3 Sg. zu frankieren.

 

17.7.1867 - Portofreie Dienstsache nach Angermünd

 

27.11.1867 - Portofreie Dienstsache nach Angermünd.

 

 

Norddeutscher Postbezirk

Aufgrund der kurzen Verwendungszeit dieser Gravurtype (6 Wochen) im Norddeutschen Postbezirk sind Belege (1/5) eher selten.

 

11.2.1868 - Klarer Abschlag auf einer 1 Groschen Marke.

 

 

Besonderheiten

Wie schon bei SPALINK registriert, wurden im Frühjahr 1867 von einer Reihe der Zeitgruppen die Abschläge immer schlechter und die Walze wurde vermutlich im Mai oder Juni 1867 ausgetauscht.

Die neue Walze ist an der „offenen“ 4 erkenntlich.

 

geschlossene "4" offene "4"

Im Moment läst sich der Zeitpunkt des Wechsels auf den Zeitraum vom 12.4.1867 bis zum 17.7.1867 einschränken.

 

Grenzdaten: 18.2.1865 bis 8.9.1865

Stempelfarbe- & Qualität:

Abschläge grau-schwarz bis schwarz.

Besonderheiten: Ab Ende Juli 1865 zeigt der Stempel zwischen I und N in BERLIN eine etwa 1 mm große Lücke im Innenkreis.

Zeitgruppen: keine
Kopfstehende Datumsangaben & andere Irrtümer: keine

Verwendungsformen: Preussen



Preussen


Das Stempelwerkzeug war beim Berliner Hofpostamt zur Abfertigung der Briefpost (1/5) eingesetzt. Es sind auch zahlreiche Verwendungen auf portofreien Dienstbriefen (0/5) belegt.

 

4.3.1865 - Die Portofreie Dienstsache nach Charlottenburg (damals noch eigenständige "Großstadt") zeigt einen relativ frühen Abschlag des Berliner Hufeisenstempels.

 

15.4.1865 - Eine Schweizer Klage, die vor dem Berliner Stadtgericht gegen einen säumigen Zahler erhoben wurde. Das Urteil zugunsten der Schweizer Firma wurde in diesem Brief mitgeteilt. Gerichtsvorgänge dieser Art klappten offensichtlich auch zwischenstaatlich.

Der Faltbrief wurde unfrankiert als Portobrief versandt. Porto und Franco waren gleich. Die „40“ Rappen -rot- (entsprach 12 Kreuzer) wurden vom Empfänger kassiert. Der Preußischen Post wurden „9“ Kreuzer -blau- angerechnet.

 

28.4.1865 - Auslandsbrief nach Frankreich, der mit 4 1/2 Groschen korrekt frankiert wurde. Unübliche Darstellung des 4 1/2 Groschen Portos; die 2 Sgr. Marken in der selteneren Farbnuance "Preussisch Blau".

 

 

9.5.1865 - Ortseinschreiben Berlin, frankiert mit 2 Sgr; dies entspricht 1 Sgr. für Ortsbriefe innerhalb Berlins und 1 Sgr. für die ermäßigte Einschreibegebühr. Ortseinschreiben waren bis 1.1.1875 gegenüber anderen Einschreibesendungen vergünstigt.

 

22.6.1865 - Portofreie Dienstsache nach Coeln. Die Briefhülle zeigt einen für die Zeit bei der Dienstpost typischen "Aktenschnitt" unten links.

 

13.7.1865 - Kleiner Ortsbrief mit 1 Sgr. korrekt frei gemacht. Für Ortsbriefe gab es in der Regel vergünstigte Tarife, Berlin war eine Ausnahme von dieser Regel.

 

31.8.1865 - Auslandsbrief nach Montreux in der Schweiz. Der Abschlag zeigt den für Entwertungen ab Ende Juli signifikanten Innenkreisspalt zwischen I und N in BERLIN. Der Brief wurde mit 5 Sgr., für Zielorte die weiter als 10 Meilen von der Grenze entfernt waren, korrekt frankiert.

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