Frühverwendete Correspondenzkarten

 

Im Bereich des NDP wurden zum 01.07.1870 "Correspondenz-Karten" herausgegeben. Wenige Jahre zuvor war Heinrich von Stephan mit dieser Idee in Berlin noch gescheitert, so daß die ersten Postkarten der Welt 1869 in Österreich herausgegeben wurden. Obwohl in Deutschland bis 30.06.1872 nicht billiger im Porto als der einfache Brief, setzen sich diese Karten schnell durch.

 

Wir zeigen hier 4 Correspondenzkarten, die alle bereits im Juni 1870 gebraucht wurden, also vor dem offiziellen Beginn der Verwendungszeit, davon eine mit dem im Moment frühesten Verwendungsdatum vom 16. Juni 1870. Diese Karte ist von Ostrowo nach Berlin gelaufen, und sollte jemand Zweifel am etwas undeutlichen Datum des Aufgabe­stempels haben, so wird dies aber durch den klaren Ankunftsstempel vom 17. Juni ganz eindeutig verifiziert.

 

 

 

 

Ausschnitte aus den weiteren Juni-Daten der gemeldeten Karten:


 

BERLIN P.E.16 23.6.70

BERLIN P.E.7 27.6.70

SPANDAU 28.6.70

 

 

 

Zeitungsquittung im Kreuzergebiet

 

 

 

 

Wie wir wissen, war auch der Zeitungsdienst schon damals eine Aufgabe der Post. Die entsprechenden Formulare sind im Verzeichnis (Anlage zum Amtsblatt vom 6.1.1870) aufgeführt. Diese sind nicht nach Währungen getrennt; an der obenstehenden Quittung aus Büdingen sehen wir aber, dass es sehr wohl eine eigene Ausgabe für den Gulden-/ Kreuzer-Bereich gab, die hier im Jahr 1871 verwendet wurde.

 

 

Die Zeitungsquittungen gab es in Bögen von 2, 4, und 8 Stück. Wer kann eine andere Teilung vorlegen (waren die Quittungen dann größer?) ?

 

 

 

 

Einlieferungsscheine aus Schleswig-Holstein

 

 

Hier zwei unterschiedliche weiterverwendete Formulare aus Schleswig-Holstein. Beim Einlieferungsschein (alte Formularnummer 39a) von 1868 aus Oldenswort bei Tönning in Schleswig ist die ursprüng­liche Orts-Stempelung „Tönning“ gestrichen und durch Oldenswort überschrieben. Interessant ist dabei, dass Oldenswort erst 1871 eine Postanstalt bekam, vorher aber als Brief­sammlung mit eigenem Stempel fungierte. Weiterhin fällt auf, dass für die Strecke von Oldenswort nach Kiel (ca. 10,5 Meilen) zwar das Franco von 2 Gr. für den Wertbrief (Wert 15 Thaler) im Schein aufgeführt ist, nicht aber die Assekuranzgebühr von ½ Gr.; die vorgedruckte Währungs­angabe in ß (Schilling) wurde handschrift­lich auf Sgr. geändert.

 

In Bordesholm in Holstein wurde ein Formular (C.62) aus der Zeit der preußischen Postverwaltung 1868 als Einlieferungsschein für eine Auslands-Postanweisung weiterverwendet. Solche Formulare in Markwährung sind nicht häufig zu finden. Auch hier wurde die für das Franco vorgedruckte Währungsangabe in Schilling handschrift­lich auf Sgr. geändert.

 

 

 

 

Weiterverwendeter Einlieferungsschein aus Mecklenburg-Schwerin

 

 

Zu den vorigen Belegen mit Währungsangabe in Schilling passt das folgende weiterverwendete Pendant aus Mecklenburg-Schwerin, das ebenfalls die Angabe „ß“ für „Erhobenes Franco“ vorgedruckt enthält (siehe unter dem „E“ von Schwerin im Stempel). Der NDP-Stempel „SCHWERIN i.M.“ ist seit Mai 1868 bekannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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