Wir wollen unter dieser Rubrik Sendungen nach Luxemburg genauer betrachten. 

Zum 1.1.1852 trat Luxemburg dem Deutsch-Österreichischen Postverein bei. Nachdem dieser Postverein aufgelöst war, schloss Luxemburg am 23.11.1867 mit Wirkung vom 1.1.1868 einen Vertrag mit dem Norddeutschen Bund, den süddeutschen Staaten Baden, Bayern und Württemberg, sowie Österreich mit Ungarn und Liechtenstein. 

Das Porto für den einfachen Brief betrug innerhalb des gesamten Gebietes der Vertragsstaaten 1 Gr./3 Kr./12,5 Centimes.

 

25.4.1869 - ungewöhlicher Beleg, der ursprünglich ein Fahrpostbrief war und dann zum gewöhnlichen Brief wurde.

Links oben sind 5 2/10 Loth Gewicht notiert worden. Der Text daneben, soweit ich ihn entziffern kann:
Beigehend 1 Packet mit Adresse enth(altend) 50 Thaler Werth in Coupons.

Neben Franco ist eine große "1" und 5 1/2 Bruchstrich 2 1/2 jeweils in Rot!

5 1/2 Sgr wäre das Deutsche Franco bis Wasserbillig, was sich aus 4 Sgr. Gewichts- und 1 1/2 Sgr. Assecuranzgebühr zusammensetzt.
2 1/2 Sgr wäre das Luxemburgische Franco ab Wasserbillig, bestehend aus 2 Sgr. Gewichts- und 1/2 Sgr. Assecuranztaxe.

Der Wunsch des Absenders war ja, alles zu bezahlen! Danach hätte er 8 Sgr. Franco entrichten müssen! Warum auch immer, wurden sowohl die unvollständige Paketdeklaration (Signierung fehlt!) und die dazugehörigen Taxen gestrichen. Er bezahlte 1 Sgr. für den Brief. Der Francostempel wurde zur Barfrankierung genutzt.

Ob der Brief nun tatsächlich 5 2/10 Loth wog.... naja, wie auch immer, jedenfalls wurden noch 2 Sgr Porto angeschrieben, also der fehlende eine Silbergroschen für ein Brief ab 1 Loth + einen weiteren Sgr. als Ergänzungsporto. Sicher ist, dass der ursprüngliche Fahrpostbrief somit ein gewöhnlicher Brief wurde.

 

2.1.1869 - einfacher Brief aus Coeln nach Diekirch. (Spalink Type 4-7)

 

13.8.1871 - Faltbrief aus Metz in den Vertragsstaat Luxemburg: Porto 15 Centimes ab 13.1.1871.

Aktuell sind 87 Gäste und keine Mitglieder online